18. Oktober 2014: Planungswerkstatt auf dem Areal der Hindenburgkaserne

Einen ersten Blick auf das zukünftige Stadtquartier konnten die Teilnehmer der Planungswerkstatt am Samstag, 18. Oktober 2014 werfen. Auf dem Areal der Hindenburgkaserne trafen sich rund 50 Bürger mit der Stadtverwaltung und Vertretern der Bundeswehr, um über das geplante Quartier zu diskutieren.

"Das Quartier hat eine Scharnierfunktion für den gesamten Eselsberg", erklärte Volker Jescheck, Hauptabteilungsleiter Stadtplanung, Umwelt und Baurecht in seinem Eingangsvortrag. Er informierte die Bürger über die bereits festgesetzten Eckwerte und städtebaulichen Ziele, den Zeithorizont und das geplante Vorgehen, wobei er betonte, dass gute Pläne ihre Zeit brauchen. Dazu gehöre auch, die Bürger kontinuierlich in jeder Phase des Planungsprozess mit einzubeziehen.

Im Anschluss stellte das Moderationsbüro Citycom die Ergebnisse aus der Auftaktveranstaltung am 29. September 2014 vor, die wie folgt zusammengefasst werden können: "Die Hindenburgkaserne ist ein historisch wertvoller Ort, der viel Potenzial hat und in Zukunft ein neues Herzstück des Eselsbergs sein wird. Hier soll ein Ort mit unterschiedlichen Wohnformen entstehen, der vielfältige Begegnungen ermöglicht, Räume zum Arbeiten und grüne Verbindungen in die Umgebung bietet."

Bei einem Rundgang über das Gelände zeigten Angehörige der Bundeswehr den Bürgern ihre Kaserne. Dabei konnten sich die Teilnehmer der Planungswerkstatt selbst ein Bild vom guten Zustand der zum Teil sanierten Mannschaftsgebäude machen und das ansonsten verschlossene Stück Stadt erkunden.

Auf der Grundlage des Vormittags konnten die Bürger nach einer Stärkung am Mittagsbuffet in die Diskussion starten. Die Aspekte "Wohnen und Arbeiten", "Mobilität und Verkehr", "Öffentlicher Raum und Ökologie", "Identität und Nachbarschaft" wurden an vier verschiedenen Tischen näher thematisiert. Hier diskutierten die anwesenden Bürgerinnen und Bürger darüber, wo im Quartier zukünftig geparkt werden soll, ob die Stadtteilbibliothek eine neues Gebäude im Quartier erhalten kann, wo Kunst und Kultur untergebracht werden können, und und und. Nach und nach füllten sich die großen Pinnwände mit Empfehlungen und Vorschlägen der Bürger.

Beim gemeinsamen Rundgang und Präsentieren der Ergebnisse wurde deutlich, wie kreativ und engagiert sich die Bürger für ein innovatives, buntes und lebendiges Quartier einsetzten. Mehrere der Anwesenden wünschten sich einen Platz, einen Quartiersmittelpunkt oder ein neues Zentrum für den Eselsberg. Auch war man sich einig, dass im neuen Quartier eine bunte Mischung an Menschen leben soll, Mehrgenerationenwohnen ist da selbstverständlich. Und auch gegenüber Unterkünften für Flüchtlinge müsse man in einem bunten Quartier offen sein, finden die Teilnehmer der Planungswerkstatt. Die bauliche Umsetzung der 900 geplanten Wohneinheiten wurde kontrovers diskutiert, vor allem die Frage nach der Dichte der Bebauung. Letztendlich konnten sich die Bürger eine höhere Bebauung gut vorstellen, wenn dafür zwischen den Gebäuden großzügigere und attraktive Freiräume entstehen. Diese sollen aber nicht durch den Verkehr dominiert werden, im Gegenteil, das Auto soll im neuen Quartier eine untergeordnete Rolle spielen. Man möchte sich an den neuen Stadtvierteln in Tübingen und Freiburg orientieren: Entschleunigung des Verkehrs, gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss, Baugruppen und ökologische Bauweisen.

Mit den Ergebnissen der Planungswerkstatt wird sich nun der Gemeinderat befassen und im kommenden Jahr ein Leitbild für das neue Quartier beschließen.

 

Die Dokumentation zur Planungswerkstatt finden Sie in der Infothek.