12. Mai 2015: Beschluss des Leitbildes

Am 12. Mai 2015 hat der Fachbereichsausschuss Stadtentwicklung, Bau und Umwelt in seiner Sitzung einstimmig das Leitbild für das Areal der Hindenburgkaserne beschlossen.

Durch die frühzeitige Einbeziehung der Öffentlichkeit in den Dialog war es möglich, die Vorstellungen der Bürger und der Fachöffentlichkeit im Planungsprozess zu berücksichtigen und in das Leitbild einfließen zu lassen.

Folgende drei Grundgedanken stecken den Rahmen für das städtebauliche Leitbild ab:

In der Industriestadt des 20. Jahrhunderts wurden die Funktionen getrennt: ruhiges Wohnen im Grünen weit weg von der schmutzigen, verlärmten Industrie. Heute dagegen lassen sich viele Produktions-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe mühelos mit dem Wohnen kombinieren. Leitbild des neuen Quartiers auf dem Hindenburgareal soll deshalb Nutzungsmischung sein.
Ein zweiter Kerngedanke ist die kleinmaßstäbliche Parzellierung: Vielfalt anstelle uniformer Baublöcke. Im Wohneigentum und von Baugemeinschaften sind kleine, individuelle Hauseinheiten gefragt.
Der verbindende Freiraum macht schließlich aus Häusern Stadt. Urbanität ist wesentlich von der Erlebbarkeit, von der ästhetischer Qualität und Nutzbarkeit der öffentlichen Räume geprägt.

Folgende städtebauliche Ziele konkretisieren das Leitbild:

Ziel 1: Die Mitwirkung der Stadtgesellschaft soll in allen Projektphasen sichergestellt werden (Prozessqualität).
Ziel 2: Wohnen und Arbeiten in einem funktionsgemischten urbanen Quartier hoher Dichte.
Ziel 3: Wohnen und Arbeiten in einer sozial ausgewogenen, vielfältigen Nachbarschaft.
Ziel 4: Ästhetische Vielfalt im Quartier: Kleinmaßstäbliche Parzellierung soll die Kombination unterschiedlicher Projekte in enger Verzahnung ermöglichen und sowohl Bauträger, Baugruppen als auch Einzelbauherren ansprechen.
Ziel 5: Öffentlicher Raum ist vorwiegend Kommunikations- und Begegnungsraum in dem der Verkehr quartiersverträglich abgewickelt wird.
Ziel 6: Das Potenzial des vorhandenen, urbanen Landschaftsraums um das Fort Unterer Eselsberg soll für das neue Quartier und für den gesamten Stadtteil Eselsberg ausgelotet werden.
Ziel 7: Das Quartier soll konzeptionell und im konkreten Bauen Vorreiter für den ressourcenschonenden Städtebau in Ulm sein.

Darüber hinaus wurde in der Sitzung des Fachbereichsausschuss Stadtentwicklung, Bau und Umwelt der Beschluss über das weitere Vorgehen gefasst. Es soll ein offener Planungswettbewerb für das Areal durchgeführt werden. Der Wettbewerb wird in zwei Stufen gegliedert. Zwischen diesen beiden Stufen wird der Dialog mit der Öffentlichkeit gesucht. Jedermann kann in diesem Zeitraum zu den ausgewählten städtebaulichen Ideen und Konzepten seine Anregungen abgeben und über die Vor- und Nachteile der Entwürfe diskutieren. Die Ergebnisse aus dieser Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung fließen in die Überarbeitung und Detaillierung der städtebaulichen Entwürfe ein.

Die gesamte Beschlussvorlage (GD 182/15) mit detaillierteren Informationen können Sie in unserer Infothek herunterladen.